Radikale Selbstliebe

Aktualisiert: 27. Mai


 

Radikale Selbstliebe, What?!

So oft höre oder lese ich den Satz: ,,Du musst dich erst selbst lieben können bevor du andere liebst!'' Ich glaube, dass dieser Satz falsch ist. Ich glaube, dass wir andere lieben können, ohne uns selbst zu mögen. Ich glaube, dass wir einer lieben Freundin eine wärmende Umarmung schenken können, ohne uns selbst jemals liebevoll umarmt zu haben. Ich glaube wir können uns auf einen Partner einlassen, der unsere Seele küsst ohne unsere Seele selbst jemals geküsst zu haben. Ich glaube es ist viel leichter andere zu mögen, als uns selbst.


Im Bezug auf Selbstliebe hängt alles zusammen.

Und doch hängt irgendwie alles durch unsichtbar glitzernde Schnüre miteinander zusammen. Wenn ich selbst nur an mir herumnörgle, dann nörgle ich auch gerne an anderen. Wenn ich mir selbst nicht gut genug bin, dann wird mir auch niemand anderes je gut genug sein. Wenn ich meiner inneren Kritikerin erlaube mich runterzuputzen, anzuschreien und zu verurteilen, dann werde ich über kurz oder lang Menschen verletzen, die mir lieb sind.

Alles beeinflusst jeden von uns, und deshalb versuche ich, meine Erfahrungen positiv zu machen. Maya Angelou

Er sich selbst lieben doch richtig?

Also irgendwie ist der Satz dann doch nicht ganz falsch. Er ist halbrund richtig. Wir können lieben, auch wenn wir uns selbst nicht mögen. Aber wenn wir uns selbst nicht mögen, dann können wir nie wirklich tiefe Liebe empfinden, verschenken, halten, empfangen. Wenn wir uns selbst ablehnen, dann ist da immer so ein Gefühl, eine Wand, kalt & starr zwischen mir und dieser bedingungslosen tiefen Liebe, für die ich kennenzulernen geboren wurde. Wie kann ich also in die gusseisernen Mauern mir selbst gegenüber ein kleines Loch schmelzen, und dann noch eins und noch eins. Bis die Mauern dahin sind?


Tipps wie ich mich mehr selbst lieben kann:

Wie bitte soll das gehen? Indem ich sage:

,, Hey es ist okay, dass ich wütend bin. Hey es ist okay, dass ich nicht perfekt bin. Es ist okay, dass ich nicht rund um die Uhr entspannt bin. Es ist okay, dass ich laut bin. Es ist okay, dass ich ein bisschen mehr oder weniger auf den Hüften habe. Es ist okay, dass ich mir mehr von meinem Leben erhoffe, als das, was ich gerade veranstalte. Es ist okay, dass mein Körper schmerzt. Es ist okay, dass mir das Leben manchmal auf die Nerven geht. Es ist okay, dass es anstrengend ist. Es ist okay, dass ich keinen Bock auf Sex habe. Es ist okay, dass ich keine Million auf meinem Konto habe, es ist okay, dass ich noch nicht in meinem Traumjob angekommen bin. Es ist okay, dass ich es an einem Ort nicht lange aushalte & dann weiterziehen möchte. Es ist alles sowas von okay. Ich sage zu all dem JA! JA! Verdammt nochmal JA!!!!!!


Es tritt Erleichterung ein

Es dauert kurz. Dann spüre ich..... ein Gefühl von Weichsein in meiner Brust. Ich spüre, dass durch dieses JA zu all den komischen Eigenheiten meines Selbst, meiner Persönlichkeit, das Eisen schmelzt. Langsam, zaghaft, Stück für Stück. Aber es schmelzt. Und mit jedem Zentimeter mag ich mich mehr. Liebe ich mich mehr & das Leben und vielleicht kann ich irgendwann bedingungslos sein, mir selbst gegenüber und anderen.


Kartendeck: The Lantern Oracle by Angelina Mirabito & Yuly Alejo

 

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